Allgemeines

Woher der Dalmatiner kommt, ist bis heute unklar. Man vermutet, daß er etwa 4000 Jahre alt ist, seinen Ursprung in Indien hat und über Dalmatien nach England gekommen ist. 1890 wurde in England der erste Rassestandard für den Dalmatiner festgeschrieben und man klassifizierte ihn in die FCI – Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde, was dem Dalmatiner jedoch nicht gerecht wurde. Seit Anfang 1997 gehört er nun zu der Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde.

Lange wurde ihm eine enge Verwandtschaft zum Istrianer Pointer und zur Deutschen Dogge nachgesagt. Genetische Tests haben diese Thesen jedoch inzwischen widerlegt und dafür die Behauptung erhärtet, der Dalmatiner sei in Wahrheit britischen Ursprungs. Es ist gut möglich, daß englische Züchter die Bengalische Bracke (in einer heute ausgestorbenen Form) mit dem Pointer gekreuzt und ein wenig Terrier-Blut hinzugefügt haben.

Der Dalmatiner wird heute ausschließlich als Begleithund gehalten, doch jahrhundertelang war er ein hervorragender Gebrauchshund. Er hütete Schafe und vertilgte Schadtiere. In neuerer Zeit arbeitete er auch als Zirkusartist. Vor der Motorisierung wurde er als Kutschenhund verwendet. Er lief neben den Pferdekutschen her und machte in bewohnten Gebieten die Straßen für sie frei. Im 19. Jahrhundert benutzten amerikanische Feuerwehren dazu, die Pferde der Löschwagen zu dirigieren. Heute ist dieser lauffreudige Vierbeiner nur noch Begleithund. Der Dalmatiner ist übrigens die einzige Hunderasse, die unter besonderen Harnsäuresteinen leiden kann und diesbezüglich ein höheres Risiko hat als andere Rassen. Ein echtes Problem bei den Dalmatinern ist allerdings die Taubheit. Die derzeitige Statistik spricht von ca. 22% halbseitig tauber und 8% beidseitig tauber Dalmatiner – Welpenkäufer sollten also dringend darauf achten, nur bei einem Züchter zu kaufen, wo sowohl die Elterntiere als auch die Welpen audiometrisch untersucht sind.

Disney und 101 Dalmatier
Mit drei Filmen über diese süssen, knuddeligen Dalmatiner hat Disney ungewollt der Rasse sehr geschadet und leider ist dadurch die Wahrnehmung der breite Masse von diesen Hunden eine ganz andere, als die Dalmatiner wirklich sind. Das hat natürlich viele Enttäuschungen zur Folge, leider aber auch (gerade nach einem neuen Film) weltweit sehr viele heimatlose Dalmatiner und im besten Fall unzählige Dalmatiner mit gebrochenem Herzen in Tierheimen. Drum – auch wenn die lieben Kleinen noch so gerne einen Dalmatiner haben möchten – bitte klärt genau ab, ob ein Dalmatiner wirklich der ideale Hund für Euch ist. Natürlich – sie sehen toll aus. Aber könnt ihr jeden Tag stundenlang mit dem Tier laufen gehen? Schafft ihr es, mit dem doch sehr stolzen Wesen eines Dalmatiners umzugehen ohne den Hund „brechen“ zu müssen? In diesem Sinne möchte ich nochmals beteuern, dass Dalmatiner für erfahrene Hundehalter wirklich tolle und treue Hunde sind, aber sehr viel Zeit, Nerven und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und eben – ganz anders sind als sie in den Filmen dargestellt werden.

Geschichte
Auf 4000 Jahre alten griechischen Fresken sind Jagdhunde abgebildet, die dem Dalmatiner ähneln. Obwohl Dalmatien an der Adriaküste als Heimat dieser edlen Rasse angegeben wird, gibt es überzeugende Belege dafür, daß sie ihren Ursprung in Indien hat und von indischen Kaufläuten ins antike Griechenland gebracht wurde.

Charakter
Dalmatiner zeigen im Allgemeinen ein äußerst freundliches Wesen, sind aber auch stark, energisch und furchtlos. Ihrem Halter gegenüber sind sie sehr anhänglich und beweisen bei der Integration in das Familienleben eine große Anpassungsfähigkeit. Im täglichen Umgang erweisen sie sich als neugierig, ausgeglichen und offen, nur Fremden gegenüber sind sie manchmal etwas zurückhaltend. Sie bestechen durch Ausgeglichenheit und ein kinderfreundliches Wesen, wenngleich sie für Kleinkinder manchmal zu überschwänglich sind. Bedingt auch durch ihre Vergangenheit sind sie eigentliche Laufhunde und brauchen unheimlich viel Bewegung. Dalmatiner können nicht in der Weise „gedrillt“ werden wie das vielleicht bei einem Schäferhund möglich ist, hier muss man vielmehr mit Motivation arbeiten, obwohl es gerade bei einem Dalmatiner sehr wichtig ist, dass er sich in der hausinternen Rangordnung in der richtigen Stufe sieht. Erziehungsübungen meistern sie fast immer mit Bravour, sie sind intelligente und aufgeweckte Hunde.

Aussehen
Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer bis großer gut proportionierter, getupfter, kräftiger, lebhafter, sehr auffälliger Hund. Einmalig unter den Hunderassen ist das Fell: weiß mit schwarzen bzw. braunen fest umrissenen Tupfern. Die Grundfarbe ist stets rein weiß mit runden, scharf gezeichneten Flecken, deren Durchmesser im Schnitt 2 bis 3 cm beträgt. Diese gehen im Idealfall nicht ineinander über und sind schön über den Körper verteilt. Auf den Gliedmaßen müssen sie kleiner sein als am Rumpf. Nasenschwamm und Augenränder sind bei schokoladenbraunen Hunden Braun, bei schwarzen hingegen Schwarz. Das Haar selbst ist kurz, hart, dicht, glatt und glänzend.

Die Welpen kommen ohne Tupfen zur Welt und es zeigt sich erst mit 10-14 Tagen, wie sie getupft sein werden. Sein ausgeglichener Körper besitzt einen starken Rücken, mit einer gleichmäßigen geraden Rückenlinie. Der Dalmatiner hat muskulöse Schultern, einen langen, aber nicht allzu breiten Brustkorb und einen eleganten Hals. Seine Augen sind rund und sollten bei Exemplaren mit schwarzen Flecken dunkelbraun sein. Leberbraunfarbene sollten bernsteinfarbene Augen besitzen. Blaue Augen sind Zuchtausschliessende Fehler. Seine Hängeohren sind mäßig groß, hoch angesetzt und liegen dicht am Kopf an. Die Rute ist sichelförmig. Sie ist lang, nach und nach schmaler werdend und reicht bis zu den Sprunggelenken.

Verwendung
Obwohl der Dalmatiner eine sehr bewegte Geschichte hat und die Rasse bestimmt auch Einflüsse von Jagdhunden aufweist, wurde er in den letzten Jahrhunderten eigentlich nicht für die Jagd gezüchtet und verwendet. Der Dalmatiner wurde in der jüngeren Geschichte vielmehr als Begleithund zum Schutz von Kutschen, Pferden und des Gepäcks verwendet und zur Bewachung von Stallungen eingesetzt.

In den USA bekam der Dalmatiner eine weitere Aufgabe: Er wurde Feuermelder. Als die Feuerwehr noch mit Pferdewagen ausrückte, raste oft eine ganze Meute Dalmatiner als lebende Warnsirene vor den Feuerwehrwagen. Auch nach der Motorisierung blieben sie ihrer Aufgabe treu und saßen lange noch stolz neben der zweibeinigen Mannschaft im Feuerwehrauto. Bis heute sind sie das Maskottchen der amerikanischen Feuerwehr geblieben.

Erziehung
In vielen Büchern wird der Dalmatiner gerne als ausgesprochener Anfängerhund beschrieben, da er gelehrig und leicht erziehbar ist. Wegen dieser Eigenschaften und seines attraktiven Aussehens hat man ihn im Zirkus gerne in Dressurnummern verwendet. Trotzdem sollte sich jeder darüber klar sein, daß bei aller Leichterziehbarkeit auch der Dalmatiner eine liebevolle, doch konsequente Erziehung braucht, die ihm zu angenehmen Begleithund macht. Niemals sollte man den Fehler begehen, seinen Dalmatiner einen harten Drill zu unterwerfen, denn es würde sein Herz brechen und das Vertrauen zerstören, das zwischen Hund und Besitzer so überaus wichtig ist. Freundlichkeit und liebevolle konsequenz führen im Erziehungsprozess des Dalmatiners schneller zum Ziel als Härte oder gar Schläge, die diesen fröhlichen Hund nur unnötig mürrisch, stur und wiederspenstig machen würden. Trotz seines ruhigen, freundlichen und anpassungsfähigen Wesens ist der Dalmatiner ein ausgezeichneter Wächter ohne dabei ein unermüdlicher Kläffer zu sein. Er belt meist nur dann, wenn ein wirklicher Grund vorliegt, was ihn als angenehmen Hausgenossen auch in der Nachbarschaft auszeichnet.

Haltung und Pflege
Wer niemals einen Dalmatiner sein eigen nennen durfte, dem bleiben die vielfältigen Eignschaften dieser Rasse verborgen. Der Nichtkenner ist vor allem von dekorativen Äußeren und der Eleganz der Bewegungen dieser Hunde beeindruckt. Wer aber jemals sein Leben mit einem Dalmatiner geteilt hat, der gerät begeistert ins Schwärmen, wenn man ihm fragt, was das Zusammenleben mit einem Dalmatiner so überaus beglückend gestaltet.

Dalmatiner sind freundliche Familiengefahrten, die ihre Liebe gleichmäßig fröhlich auf alle „Rudelmitglieder“, od groß oder klein, jung oder alt, verteilen. Sie gelten als kinderlieb und geduldig, immer bereit sich an den Spielen der jüngeren Familienmitglieder wacker zu beteiligen. Schon bei der morgendlichen Begrüßung verbreiten sie unwiderstehlich gute Laune, und ihre Freude auf einen neuen Tag mit ihrer Familie zeigen sie begeistert sich windend und wedelnd, ein einziges Lächeln von der Nase bis zur Schwanzspitze. Neben seinem frohlichen Wesen und seiner Verspieltheit bis ins hohe Alter, ist der Dalmatiner aber auch ein sehr sensibler Hund, der feinfühlig kleinste Stimmungsschwankungen seiner Bezugspersonen erspürt und darauf reagiert. Man könnte den Dalmatiner als hormonsüchtigen Hund bezeichnen, der sein Seelenleben dem seines Herrn anpasst und mit ihm Freude und Leid im wahrsten Sinne des Wortes teilt. Seine Freundschaft gewährt dieser Hund nicht automatisch jedem, sondern man muss sie sich verdienen.

Zwei weitere Pluspunkte, die den Dalmatiner zum „idealen Familienhund“ machen, sind seine Körpergroße und das pflegeleichte Fell. Der Dalmatiner gehört zu den mittelgrossen Hunden. Nach dem Rassestandard liegt das züchterish anzustrebende Idealmaß für Rüden bei 55 – 61 cm Schulterhöhe. Damit ist der Dalmatiner ein Hund, der von seiner Große her sowohl ein Hund, der in einem Haus mit Garten als auch in einer Mietwohnung gehalten werden kann, täglich freien Auslauf immer vorausgesetzt.

Quelle: http://www.wikipets.de/wiki/Dalmatiner

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